20. April 2012

Intermezzo: Château Sociando-Mallet 2000 - Bordeaux - Frankreich


Zunächst erfasst das Geruchszentrum Amoniak* und grünen Paprika; nach ganz kurzer Zeit weichen die unangenehmen Töne und aus der unreifen Pfefferschote wird ein geröstetes rotes Nachtschattengewächs. Hinzu gesellen sich Lavendel, Karamell und ein Hauch Marzipan. Im Geschmack entwickelt sich dieses Potpourri immer weiter, wobei sich auch noch Zartbitterschokoladenanklänge hinzufügen. Die mundfüllenden Gerbstoffe enden im Geschmack in einer knackigen Säure, welche dem Wein eine belebende Eleganz verleiht. Viele Röstaromen und eine fragile Johannisbeerfrucht hinterlegen den Abgang, der sehr lang und zupackend ist. Bei gerade einmal 12,50° Alkkohol ein richtiger Geschmacksträger mit Charakter, der noch genügend Biss hat, ein paar Jahre weiter positiv zu reifen.

* Kleiner Nachtrag: „Ammoniak kann nicht errochen werden, sondern führt zu einer Reizung der sensiblen Fasern des N. Trigeminus. Somit dient Ammoniak als Kontroll-Substanz bei der Riechprüfung. Gibt der Patient an, hier auch nichts zu riechen simuliert er und leidet wahrscheinlich nicht an Anosmie. “

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