2. Februar 2012

Ein Bericht vom Weingut Van Volxem von der Ernte 2011.

2011 - ein sa(ar)genhafter Jahrgang an der Saar

Die klimatischen Bedingungen an der gewohnt kühleren Saar waren in 2011 so gut wie selten zuvor: Auf ein sommerlich heisses Frühjahr mit perfekter Blüte folgte ein für unsere kargen Schiefersteillagen herrlich regenreicher Sommer, gefolgt von einem nicht enden wollenden "Goldenen Herbst" mit sonnenreichen Tagen und kühlen Nächten. Das gänzliche Ausbleiben von Regen-, Sturm- oder Hagelereignissen erlaubte es unseren 45 bienenfleißigen Lesehelfern, ohne die sonst herbsttypische Hektik, Steilhang für Steilhang mehrfach von Hand selektiv vorzulesen. So konnten sämtliche Trauben im Zustand perfekter Reife gelesen werden. Schon die goldgelben Früchte für die Gutsweine Schiefer und Saar Riesling begeisterten dank moderater Erträge (Gutsschnitt ca. 54 hl/ha) mit der expressiven Aromatik reifer Pfirsiche, Aprikosen, Maracujas und Papayas. Die Lese unserer Grossen Lagen konnte dank der ungewöhnlich stabilen Wetterlage bis in den November gezogen werden, was Trauben von einer geradezu atemraubend verführerischen Aromatik bei zugleich reifen Säuren und hohen Extraktwerten zur Folge hatte. Aufgrund der aussergewöhnlich hohen Güte sämtlicher Trauben erwarten wir insbesondere im trockenen Bereich Weine, die mit ihrem herrlichen Duft exotischer Blüten und Früchte schon in der Jugend begeistern sollten.

Das kontinuierlich trockene Wetter der Oktoberwochen liess überdies die wenigen Botyrytistrauben dieses Herbstes bilderbuchhaft zu hoch aromatischen Rosinen eintrocknen. Die Folge sind Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen in einer geradezu sensationellen Qualität. Auch Egon Müller, der die in der 200jährigen Geschichte des Scharzhofs bisher höchsten Mostgewichte vermeldet, spricht von einem "sagenhaften Jahr". Aufgrund der quer durch alle Lagen und Geschmacksprofile sensationellen Qualitäten trauen wir uns auf Van Volxem, den 2011er auf eine Stufe mit den inzwischen legendären Saar-Jahrgängen 1911, '21, '59,  und '71 zu stellen. Die in diesen Wochen in den Fässern im Keller erfolgende natürliche Vergärung wird zeigen, ob sich unsere extrem hohen Erwartungen erfüllen werden...

Der wunderschöne Wiltinger Saarbogen im Herbst 2011: links Wiltinger Gottesfuß, in der Mitte die Kupp, rechts hinten der Kanzemer Altenberg und im Hintergrund die Weinberge von Wawern - die einzigartigen Terroirs unserer Saarweine Grosser Lagen!

Blick von der Wiltinger Kupp auf den morgendlich im Sonnenschatten liegenden Wiltinger Gottesfuß.

Eine unserer unendlich fleißigen Lesemanschaften früh morgens kurz vor der Erstürmung des Klosterbergs.

Betriebsleiter Dominik Völk "über den Wolken" - wie immer im Herbststress!

Alte Rebengenetik: lockerbeerig, goldgelb, hoch aromatisch ... und köstlich!

Sorgfältige Nachkontrolle eines jeden Lese-Eimers an der Traubenbütte.

Selektive Vorlese der überreifen Beeren im hoch über dem nebelverdeckten Tal thronenden Klosterberg - die Trauben für unseren 2011er Saar Riesling + überglücklicher Saarwinzer.

Goldgelb, perfekt ausgereift! Das ist die Basis eines sensationellen Jahrgangs 2011!


Schiefersteilhang heisst nicht nur im Herbst aufwendige Handarbeit.

Endlich Mittag!

Gut gelaunte Mitarbeiter in der wohlverdienten Pause.

Der Ferrari unter den Weinpressen: Unsere schöne Korbkelter wird von Uli und Raffael beschickt.

Die Korbkeler presst - ganz nach historischem Vorbild - extrem schonend und erbringt außerordentlich trubarme, klare Moste für filigrane Weine.

Nachkontrolle! - Spontanvergärung und der konsequente Verzicht auf jegliche Weinbehandlungsmittel erfordern perfekte Trauben.

Kritisch prüfender Blick des Kellermeisters: die Weinwerdung beginnt...

Nicht mehr als 100 Grad Mostgewicht! Sonst ist der  Alkoholgehalt später zu hoch.

"Auslese": Die Sortierung der vollreifen Trauben für Beeren- und Trockenbeerenauslesen erfordert Sorgfalt und Fleiß.

"Rosinen picken": Die Rosinen für unsere edelsüßen Beeren- und Trockenbeerenauslesen werden anschließend nochmals von fleißigen Händen nachsortiert.

...und ab jetzt heißt es Zeit für die natürliche Vergärung geben.

Texte und Bilder: Weingut Van Volxem

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