28. August 2008

Das falsche Getränk...




...kann zu fatalen Folgen führen!

Intermezzo: A. Christmann Königsbacher Idig Riesling GG 2007 trocken


A. Christmann
Königsbacher Idig Riesling GG 2007 trocken

Noch verhaltener Duft nach Orangenschale und
Williams Christ. Auch im Rachenraum anfangs
noch sehr dezent. Aber am Gaumen explodiert der Idig dann förmlich. Piment, Salzkristalle und viel hintergründige Frucht. Lang, lang, lang und sehr tief...

Man fühlt sich für eine kurze Zeit wie ein kleiner König, dem Idig (und den Kalkböden) sei Dank...

Menu du jour

14. August 2008

Verflixte Weinberge

Intermezzo: Domaine Michel Niellon Chassagne-Montrachet Les Verges 1er Cru 2006


Domaine Michel Niellon
Chassagne-Montrachet Les Verges 1er Cru 2006
Aus dem Glas entströmen geröstete Haselnüsse, frisches Brioches und Feuersteinnoten. Die zarte Süße des Barriquefasses ist mit einer irrsinnigen mineralischen Komponente gepaart. Tief, sehr lang und noch jugendlich frisch. Chardonnay der Extraklasse.

Picknick

Gastkommentar von: Bruno Freiherr von der Leber-Weg

Es gibt Menschen, denen muss man den Sinn eines Picknicks erst erklären. Dass es doch mal was anderes ist, dass man draußen in der Natur sitzt und isst und an der frischen Luft genießt und…HALT! Wen man erst zu überreden versucht, der ist für ein Picknick nicht geeignet. Sonst hätte er längst schon mal eines gemacht. Vielleicht hat er es aber probiert, dabei alle Anfängerfehler gemacht und es von da an bleiben gelassen.

Eigentlich gibt es nämlich nur Picknickfans und Picknickfeinde, dazwischen ist nichts. Innerhalb der Fanfraktion aber existieren viele unterschiedliche Ausprägungen: Dem Spartaner reicht wenig, der Profi schleppt zentnerweise Equipment ins Grüne, und der Verwöhnte lässt kommen. Doch zu den beiden letzten später mehr.

Dem Spartaner reichen eine Bank oder Decke, dazu ein Baguette, ein Stück guter Käse, etwas Salami und eine Flasche Wein. Je nach Qualität dieser Zutaten kann das das beste Picknick des Lebens werden, weil es so schön einfach ist und eher die jeweilige Stimmung, Ortswahl und die Zusammenstellung der Anwesenden entscheidet. Und vielleicht werden sogar jene Menschen, die bisher nur erfolglose und frustrierende Picknick-Erlebnisse hatten, durch diese Methode an die fantastische Form des Freiluft-Essens herangeführt. Denn die Vorbereitungen für das Sparta-Picknick sind ebenso zeitunintensiv wie einfach. Man kauft sich ein frisches Baguette beim Bäcker, zwei Käse (einen harten, etwa einen mittelalten Greyerzer oder Gouda), eine luftgetrocknete Salami, die nicht zu alt und hart sein sollte, weil man dann die Pelle niemals abkriegt, ein paar Weintrauben und eine vernünftige Flasche Wein. Je nach Vorliebe und Außentemperatur kann das ein gekühlter Weißer sein, Rosé oder Champagner (die gelgefüllte Kühlmanschette im Eisfach kühlen und dann über die vorgekühlte Flasche schieben) oder ein Rotwein. Dazu noch zwei Gläser, ein scharfes Messer, zwei normale Messer, ein Korkenzieher und ein, zwei kleine Holzbrettchen, Servietten, eine Flasche stilles Wasser, eine Decke und eine Mülltüte. Fertig. Wer empfindlich gegen alles Mögliche ist, nimmt noch Mückenschutzmittel und Heuschnupfentabletten mit.

Der Profi wird angesichts dieser Liste nur den Kopf schütteln und fragen: Und was ist, wenn die Wiese uneben ist? Oder keine Bank da? Und wovon soll man satt werden? Wie soll ich mir denn Brote schmieren? Und überhaupt: Wo ist der Grill, der Nudelsalat, die Kühltasche…? Mit seinen Fragen, die in seinen Augen und denen aller anderen Picknick-Profis dieser Welt natürlich völlig berechtigt sind, hat er schon einige Anforderungen beschrieben, die ein Profi-Picknick zu erfüllen hat: Man ist auf ALLES vorbereitet und zugleich noch auf alles, was schief gehen kann. Doch diese Sicherheit ist, wie alles im Leben, eine totale Illusion. In Wahrheit geht bei solchen Pedanten natürlich alles schief. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte sich mal wieder ein paar Loriot-Sketche ansehen….

Die Decke, die der Profi mitnimmt, ist nicht bloß irgendein Woll- oder Synthetik-Teil, sondern unten wasserabweisend, denn wenn Profis picknicken, sind die Wiesen in aller Regel nass. Der Profi nimmt selbstverständlich einen richtigen Picknickkoffer mit, in dem Gläser, Teller, Besteck, Korkenzieher, Schneidebretter festgeschnallt auf ihren Einsatz warten. Der Sparsame nimmt die Billigversion, bei der alles aus Plastik ist, der Fortgeschrittene eine mittelteure Variante, bei der nicht aus Plastik ist, und der Angeber eine, mit der man auch in Glyndebourne mitmachen könnte und sich neben britischen Mittel- und Hochadel nicht zu schämen bräuchte. Gemein haben diese Koffer: Sie sind schwer, und einer muss sie tragen. Deswegen fährt der Profi mit seinem Auto bis zwei Meter neben die Stelle, an der er picknickt. Er, beziehungsweise in den meisten Fällen seine Frau, die meist Hausfrau ist und deswegen viel Zeit hat, verbrachte die letzten drei Tage mit Vorbereitungen: Einkaufslisten schreiben, Einkaufen fahren, Einkaufen, zu Hause Salate schnibbeln, Kartoffeln und Nudeln kochen, Grillfleisch marinieren, Saucen machen, Kräuterbutter, was zum Nachtisch, mindestens drei alkoholische und fünf nichtalkoholische Getränke bereitstellen, und schon ist Kombi oder Van randvoll. Womit der Profi allerdings wieder nicht gerechnet hat, sind die Ameisen, deren Nest er beim Heranfahren an die Picknickstelle empfindlich beschädigt hat und die nun auf ihrer Suche nach einer neuen Bleibe entdecken, wie lecker das alles ist, was die Frau des Profis zubereitet hat. Hätte er doch nur Ameisenfallen mitgenommen! Und jetzt kommen auch noch Fliegen, die sich weder durch das selbstredend mitgeführte Paralspray noch die Fliegenklatsche nachhaltig vertreiben lassen. Gegen Mücken und Schnaken hat er vorgesorgt, der Profi, aber die Fliegen, die hat er vergessen. Und das Wetter. Dabei ist das DER Anfängerfehler. Die meisten Deutschen setzen sich erst dann nach draußen zum essen, wenn es abends um 18 Uhr noch mindestens 25 Grad sind. Das ist an drei Abenden in Deutschland - pro Sommer - der Fall ist. An einem dieser drei Abende findet auch das Profi-Picknick statt, und wegen der großen Hitze an dem Tag bildet sich abends ein Wärmegewitter mit Platzregen und Sturmböen. Daher beschließt der Profi, im nächsten Jahr auch bei ETWAS niedrigeren Temperaturen zu picknicken, weil dann das Gewitterrisiko weniger groß ist, was er bis dahin wieder vergessen haben wird.

Einen kann das alles nicht im Geringsten stören: den Verwöhnten. Denn der bleibt weitgehend passiv und überlässt Vor-, Zu- und Nachbereitung denen, die es wirklich können. Zum Beispiel dem Hotel „Brandenburger Hof“ in Berlin. Das Hotel organisiert Edel-Picknicks und Ausflüge mit Verkostungen vor Ort. Das kann ein brandenburgischer Schlosspark (Schloss Klessen) sein, eine Dreimaster auf der Ostsee vor Rügen oder der Wörlitzer Forst. Es gibt Vorträge zu Gartenkunst und Genuss, man übernachtet stilvoll und isst das feine Essen von Bobby Bräuer, dem Chefkoch des Hotel-Restaurants „Die Quadriga“ in Berlin, dem der Michelin einen Stern gibt. Das ist natürlich nicht ganz billig, unter 1500 Euro läuft pro Person nichts, aber dafür gibt es ja auch eine Menge - inklusive Kochkurs und dem Gefühl, an einer ziemlich exklusiven Sache dabei gewesen zu sein. Wenn was schief gehen sollte, ist man wenigstens nicht selbst schuld, und man muss sich um nichts kümmern. Der einzige, wenn auch hochtheoretische Wermutstropfen: Man weiß vorher nicht, was für Leute da sonst noch so dabei sind; es kann entweder sehr nett oder total nervig werden, weil meistens ja doch ein paar neunmalkluge Dauerschwätzer, Berufsnörgeler, Witzeerzähler und andere Sprücheklopfer vertreten sind. Diese Gefahr besteht bei einer weiteren Variante für den verwöhnten Picknicker nicht. Denn er kann es auch ganz alleine machen, wenn er oder sie das will. Dazu reicht eine Buchung im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach. Das Schloss sieht aus wie aus dem Märchen, liegt, wie es sich gehört, in einem Park mit vielen alten Bäumen, einem Schlossteich mit Schlossteichenten und Schlossteichschwänen darauf. Ringsherum sind Wiesen und genug Platz zum Picknicken. Man ruft einfach zwei Stunden vorher an und bestellt einen Picknickkorb. Das Hotelpersonal bepackt ihn mit Decke, Ciabattas, Shrimpscocktail, Gemüsesticks, einer kleinen Flasche Wein und Knabbereien, man macht es sich dann im Park bequem und bezahlt dafür schlappe 45 Euro pro Korb. Wenn es regnet, und das tut es im Bergischen Land oft, steht ein kleiner offener Pavillon zur Verfügung, darin serviert ein persönlicher Butler ein Menü unter Fackellicht (180 Euro), und wer es nostalgisch liebt, bekommt ein stilechtes „Picknick der Jahrhundertwende“ serviert mit weißen Tischdecken und Blumen (160 Euro). Und wer abends noch Hunger hat, isst bei Küchenchef Nils Henkel im Restaurant Dieter Müller beste Drei-Sterne-Küche. Garantiert ganz ohne Ameisen…

9. August 2008

Samstagabend, zwei Geburtstage und noch mehr Weine
















Raritätenprobe von Klaus und Max zum 110ten:
1996er Georg Breuer Rüdesheimer Berg Schlossberg Riesling Magnum
Leichte Firnnote, dezente Süße, gereifter, eher stoffiger und breiter Rieslingstil,
aber immer noch locker auf der Höhe Zeit. Wunderbarer Aperitif.

1928er Martinze Lacuesta Reserva Especial
Helles Ziegelrot mit starken orangenen Reflexen. Unterholz, Karamell und Zimt im Duft,
lang und mit einer präsenten Säure ausgestattet. Wirkt für sein Alter noch sehr frisch
und lässt, da er neu verkorkt wurde, die Frage offen, ob der Wein nicht im nachhinein
„nachverjüngt“ wurde.

1952er Castillo Ygay Marques de Murrieta
Wunderschönes noch frisches Kaminrot. Gewürze, Nelken – insgesamt eigentlich
ein Duft wie auf dem Weihnachtsmarkt. Getrocknete Aprikosen, aber auch Feigen
mit einem fruchtsüßen Poutporie, Unterholz und sehr langen Nachhall. Ein Grande!

1953er Vina Pomal Reserva Especial
Ein klassischer passabler Rioja, der etwas metallisch und im Nachhall ausgezerrt wirkt.
Ein klein wenig über seinem Zenit, aber noch durchaus trinkbar.

1975er Chateau Gruaud-Larose Magnum
Reife Paprika und Auberginen bestimmen das Geruchsfeld. Am Gaumen Citrus-
und Säureattacken. Die Säure liegt anfangs über allen anderen Komponenten;
nach ausgiebiger Belüftung wird der Wein etwas charmanter, gehört aber nicht
gerade zu den elegantesten Vertretern seiner Gattung.

1975er La Rioja Alta Reserva 890
Farblich gereiftes Kaminrot. Die Nasenflügel erreichen ohne Ende Karamell und
rote Beerendüfte, mittelschwer und sehr elegant wird der Gaumen umspült,
harmonisch mit dem richtigen Schuss Säure, zeigt dieser Klassiker wie die besten
Riojas einmal geschmeckt haben und gereift auch noch schmecken können.

1978er Chateau Leoville-Lascases
Eine noch jugendlich frische, fast schon undurchdringliche Farbe. Anfangs ein
unreif wirkender Paprikagarten mit Gerbstoffen ohne Ende, die sich durch
Luftkontakt langsam glätten. Wird immer vielschichtiger und steht immer noch
wie eine Eins.

1978 Cavas Oro Vales Reserva
Ein Wein aus einer Kooperative der Rioja, der Zeugnis darüber ablegt das auch
kleine Weine im Alter durchaus noch trinkbar sind. Im Duft zwar ein wenig Kohl
und Nagellack und im Geschmack leicht säuerlich, aber dennoch ein würdiger
Rioja, der ohne die große Konkurrenz an diesem Tag, wahrscheinlich wesentlich
besser dastehen würde.

1985 Chateau Gruaud-Larose Doppelmagnum
Undurchdringlich im Farbgewand. Mokka und dunkelste Zartbitterschokolade,
gepaart mit Cassis Aromen und Teer geben diesem Bordeaux im Duft und
Geschmack das gewisse Etwas. Ein kraftoller St. Julien, der seinen Reiz durch
seine herzhafte, leicht rustikale Art gewinnt.

1985er Tinto Pesquera ReservaEin Wein wie diesen haben Alejandro Fernandez in der Weinwelt berühmt gemacht.
Viel süßes Holz, Kamillentee, Kraft und Struktur. Nach Belüftung kommen leider
einige Metalltöne zum Vorschein, trotzdem eine Ribera Stilistik, die eine
Goldgräberstimmung in diesem Weinanbaugebiet hervorbrachte.

1986er Cantemerle Magnum
Ein leichter aber keinesfalls schlechter Haut Medoc. Eben ein typischer Claret, der
auf dem Höhepunkt seines Lebens steht. Mittelschwer, am Gaumen rund und ehrlich.

1986er Tinto Pesquera Reserva
Alejandro Fernandez hat ein paar Glanzpunkte in seiner langen Karriere gesetzt, dieser
Wein gehört mit Sicherheit dazu. Komplette Farbe. Duft nach frisch gebackenem Brot,
animalische Komponenten mit süßlicher Kirschfrucht und Kakao. Finessenreich, nachhaltig
und mehrdimensional bis zur Speiseröhre gleitend im Rachenraum. Top!

1990er Méo-Camuzet Vosne Romanee Les Chaumes 1er Cru
Veilchen, gereifter Walderdbeerenkompott, Lakritzpastillen. Ein Duft, der betörend
und animierend wirkt. Dann folgt eine schon unverschämt harmonisch wirkende 
Säure mit einer Gesamtharmonie und Eleganz wie sie nur große Burgunder hervorrufen
können. Dieser große Wein schreit förmlich nach einem Coq au Vin. Ein absolutes
Weinhiglight.

1990 Les Forts de Latour
Stark geröstete Paprika und Eukalyptusnoten. Mollig, viel Teer und zunächst vom
Geschmack her, als ob man auf eine 100% Zartbitterschokolade beißt. Es fehlt ihm
an Eleganz, Säure und Finesse. Sicherlich noch von seinen Tanninen überladen;
ein Wein, der sich sicherlich erst in ein paar Jahren oder Jahrzenten offenbart.

1994er Remirez de Ganuza Reserva
1. Versuch
Leider Kork

1994er Remirez de Ganuza Reserva Magnum
Tja, diesem Wein kann man sicherlich vorwerfen, das er nicht wie ein typischer
Rioja schmeckt. Jedoch ist er noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Das
noch sehr dunkle Farbspiel, sein jungendlich, frech auftretendes Aromenspiel im
Mund und seiner distinguierter, ja schon majestätischer Auftritt im Nachhall machen
den Ganuza zu einem der ganz Großen. Wahrscheinlich noch Jahrzehnte lagerfähig.
Dann schmeckt er wahrscheinlich auch wieder wie ein typischer Rioja

1994er Tinto Pesquera Janus
Von vielen gescholten und schon abgeschrieben, beweist Alejandro einmal
mehr, das man sich auf seine Flaschen nicht verlassen kann. Einmal genial, dann
der selbe Wein aus der selben Kiste genial daneben. Diesmal Gottlob einfach genial!
Pflaumenmus, Röstaromen, transparent und auf eine rustikale Art schon wieder
knackig elegant. Das Frucht- Säurespiel ist perfekt und zumindestens diese
Flasche lässt auf eine weitere positive Entwicklung hoffen. Chapeau!

Nach der Probe ist vor der Probe:

2005er Iturria Moral Vallejondo
Wie immer ein Garant von Kraft, Ausdruck und jugendlicher Ungestühmtheit.
Viel satte Beerenfrucht, gepaart mit einer tapezierenden Ausdauer wie ein
Marathonläufer. Braucht noch viele Jahre Keller Ruhe.

2005er Später Veit Riesling Auslese Tradition
Hier tanzt das Fruchtspiel von weißem Pfirsich bis reifer Honigmelone
wie ein Eiskonfekt am Gaumen. Eine beängstigend knackige, transparente
und reife Säure. Diese Auslese ist ein wirkliches Geschenk von Mutter Natur
und wirkt wie frisch gepflückte reife Früchte.

2007er Kaiserberghof Riesling Limestone Spätlese
Duft und Geschmack nach frischen Limetten und Grapefruit, immer
wieder tanzt das Saure durch den Mund, um dann von der dezenten
Restsüße des Weines wieder eingefangen zu werden. Ein Traumtänzer,
der zu Großem berufen ist.

1999er Mas Comtal Petrea Merlot Magnum
Ein anständiger, allerdings belangloser Wein, wie er inzwischen
an fast jeder Ecke dieser Erde angebaut werden kann und wird.

1964er Pieroth Hallgartener Cabinet
Oxidiert und kaputt.

1976er CVNE Imperial Reserva
Ein absolut unerwartetes Highlight, das genau auf dem Punkt seiner
Entwicklungsfähigkeit geöffnet wurde. Verschwenderische Frucht- und
Unterholztöne. Reif und vollmundig, mit einem Hang zur Dekadenz
neigenden Todessüsse im Finale ausgestattet. Anhaltende, durchhaltende
Weinart.

2004er Quinta Quietud La Mula
Als letzter Wein hat der Mula nicht mehr genug Zeit gehabt sich zu öffnen.
Vollmundig, portweinartig und verschlossen wie ein Brett, lässt er dennoch
Großes erahnen.

8. August 2008

Intermezzo: 2005er Chateau Yon-Figeac Saint Emilion Grand Cru


2005er Chateau Yon-Figeac Saint Emilion Grand Cru
Duft nach flüssigem Mon Cherie Konfekt. Im Geschmack
auf der einen Seite schon weich und anheimelnd, aber auch
ein leichter Bitterton, als ob die Trauben bei der Pressung
ein wenig zu stark ausgequetscht worden sind. Insgesamt eine
recht runde Sache.

7. August 2008

Donnerstagabend, ein Geburtstag und viele Weine















1997er Domaine Rapet Corton Charlemagne
Im Duft klar und rein wie ein Gebirgsbach. Der Geschmack ist noch erstaunlich frisch und jugendlich. Citrus-Aromen, ein leichter Haselnusstouch, mineralische Frische, eine animierende Säure und der für große Chardonnays des Burgunds so typische Kalksteingeschmack machen diesen Corton zu einem einmaligen Trinkerlebnis.

1996er Domaine Rapet
Corton Charlemagne
Leider Kork.


1994er Leroy Corton Charlemagne

Ein eher breiter Chardonnay, sehr starke Nussaromen, am Gaumen schon fast brandig. Nicht
müde, aber ohne Feinheiten und eher eindimensional. Ein Chardonnay, der auch aus Australien oder Kalifornien kommen könnte.


1997er Domaine de Vareilles Charmes Chambertin

Ein wunderbar femininer, runder und einschmeichelnder Pinot Noir, der seine Fruchtsüße
und seine kantige Ursprünglichkeit meisterhaft verbindet. Der Abgang ist nicht ewig lang, aber dennoch harmonisch und sauber. Auf dem Punkt seines Reifepotenzials.


1970er Lynch Bages

Noch kernig und jugendlich im Duft wie im Geschmack. Reife Röstpaprika, festes Tanningerüst,
vielschichtig und ein langer Nachhall.


1928er Federico Paternina

Anfangs in der Farbe noch ein schöner Mahagonieinschlag, der mit der Luft allerdings immer
mehr eintrübt. Dieser immerhin schon 80 Jahre alte Wein ist zwar keineswegs tot, wirkt aber dennoch sehr eindimensional, mit sehr herbstlichen Wald- und Pilzaromen. Nach einer halben Stunde Luft überwiegt dann ein leicht penetranter Champignonton. Man kann erahnen was dies mal für ein großer Wein gewesen sein muss und kann verstehen das es einmal Ernest Hemigways Lieblingswein war.


1959er Age Siglo

Eine noch sehr frische ziegelrote Farbe. Im Duft herrscht der früher für Rioja so typische Duft
nach Vanille und dunklen Waldbeeren vor. Erstaunlich präsent und voller Energie am Gaumen, man könnte meinen der Wein wäre erst zehn und nicht schon fünfzig Jahre alt. Kein ganz großer Wein, aber in Anbetracht des Alters ein denkwürdiger Zeitgenosse, der viele ambitionierte Namen alt aussehen lässt.


1956er Chateau Latour

Vom Duft her eine kleine Sensation. Ein vollreifer Früchtekorb, mit süßlicher Lakritze und reifer
Paprika. Bei diesem Wein wird man zum Schnüffler. Leider kann der Geschmack da nicht mithalten. Blutig und viel Metall und ein spröder Abgang. In dieser Form sollte man an diesem Wein nur schnuppern, aber das lohnt sich!


1961er Chateau Latour

1. Versuch - Leider hat sich hier der Schimmelteufel eingeschlichen.


1961er Chateau Latour

2. Versuch - Wunderschöne klare rubinrote Farbe. Anfangs noch etwas teerige verschlossene Nase,
kurz darauf gesellen sich Eukalyptus- und reife Paprikanoten hinzu. Im Geschmack reifer Cassis, dunkler Kakao und Mokkatöne. Ein Wein, der sich permanent neu definiert. Eine animierende Säure und ein gnadenlos langer Abgang runden diesen wirklich großen Bordeaux ab.